Noch mehr Zeiträuber und Kostentreiber

Woran erkennen Sie, dass ein Handelsunternehmen, ein Dienstleistungsunternehmen oder ein Gewerbebetrieb zu wenig verdient oder schlecht geführt ist?

 

 

Hier habe ich ein paar Beispiele angeführt:

Sie brauchen sich nur einmal mit Freunden in geselliger Runde über schlechte Erfahrungen mit solchen Unternehmen unterhalten. Die Geschichten und Anekdoten sind wahrscheinlich abendfüllend.

 

Hier nur eine davon:

 

Freunde haben beschlossen, einen Raum durch eine Glaswand mit Türe zu trennen. Anfangs lief alles sehr gut. Der Auftrag wurde professionell aufgenommen, das Angebot kam prompt und hat auch gut gepasst. Der Auftrag wurde vergeben und der Termin für Lieferung und Montage vereinbart. Am vereinbarten Tag erschien die Montagepartie pünktlich. Beim Ausladen aus dem Lieferwagen bemerkten die Handwerker jedoch, dass sie ein wichtiges Teil in der Werkstätte vergessen hatten. Also haben sich die beiden Männer wieder in ihren Lieferwagen gesetzt und sind wieder zurück in die Werkstätte gefahren, um das vergessene Teil zu holen. Das hat etwa zwei Stunden gedauert. Endlich konnten sie mit der Montage beginnen. Doch schon kurz danach war zunächst ein erheblicher Krach zuhören, gefolgt von einem Aufschrei eines Miterbeiters. Wie sich herausstellte, haben die beiden Monteure versucht, eine Metallschiene auf einer Kommode zuzuschneiden. Die Kommode hat das nicht überlebt, sie ist ja auch nicht dafür gedacht … Der Chef musste wieder anrücken. Hochnotpeinlich hat er den angerichteten Schaden zur Kenntnis genommen und auch übernommen.

     

Da kann man dann schnell das Gefühl bekommen, dass diese Unternehmen schlecht verdienen. Denn so ein Auftrag kann sich nicht rechnen und ich gehe einmal davon aus, dass das kein Ausnahmefall ist. Wir reden hier von Kostentreibern, die die Rendite eines Unternehmens negativ beeinflussen, um es höflich zu formulieren. Neben fehlender Ordnung

gibt es eine Reihe weiterer Zeiträuber und Kostentreiber:

 

Hier sind noch ein paar Beispiele:

 

Unpassende Abläufe:

 

  • Haben Ihre Mitarbeitenden schon öfters auf fehlendes Material oder fehlende Informationen gewartet?
  • Verbringen Ihre Mitarbeitenden viel Zeit mit Kontrollaufgaben?
  • Werden Ihre Außendienstmitarbeitenden sich selbst überlassen oder verbringen sie zu viel Zeit mit der Verfassung von Arbeitsberichten?
  • Werden Abläufe immer wieder neu „erfunden“?

 

Wenn sich keine Routine bei Abläufen einstellt, dann kostet das in aller Regel viel – wertvolle – Zeit und ist eine ständige Quelle für Fehler. Auch hier gilt, dass es weniger der eigentliche Anlass ist, der Zeit und Geld kostet. Es sind vielmehr die Nacharbeiten und der damit verbundene Aufwand rundherum, die eine Lawine lostreten. Im Einzelfall sind die Konsequenzen vielleicht noch überschaubar, in der Summe werden sie jedoch kostspielig.

 

Mangelnde Qualität der Arbeit:

 

  • Muss immer wieder nachgearbeitet werden?
  • Geht viel Zeit mit der Bearbeitung von Reklamationen auf?
  • Beschweren sich Kunden? Werden die Bewertungen im Internet schlechter?

 

„First time right!“ sollte das Motto sein, ist es aber bei vielen Unternehmen nicht. Das verursacht nicht nur unmittelbare Kosten. Es schadet der Reputation, dem Umsatz und den erzielbaren Preisen.

 

Produktivitätsbremse Führungskraft:

 

Seit vielen Jahren gibt es immer wieder Untersuchungen, die nachweisen, dass Unternehmen weltweit über beträchtliche Produktivitätsreserven verfügen. Das ist nicht unbekannt. Gerne hört man auch, dass vor allem technologische Entwicklung benötigt wird, um die Produktivität eines Unternehmens voranzubringen. Es braucht also Investitionen, so die hartnäckige Meinung.

 

Die auf Produktivitätssteigerung spezialisierte Unternehmensberatung Proudfoot hat vor etlichen Jahren in einer groß angelegten Studie untersucht, wie Unternehmen mit diesen Produktivitätsreserven umgehen. Die zwei interessantesten Ergebnisse waren:

 

  1. Mindestens die Hälfte der Produktivitätsreserven lässt sich durch einfache organisatorische Maßnahmen, ausführlichere Schulung von Mitarbeitern und eine zielgerichtetere Einteilung und Führung von Mitarbeitern erzielen. Diese 50 % sind (relativ) einfach zu heben. Bereits im ersten Jahr können mit der Umsetzung dieser Maßnahmen nennenswerte Einsparungen erzielt werden. Damit steht dann Geld zur Verfügung, das in technische Lösungen investiert werden kann, um die restlichen 50 % zu heben.
  2. Die größte Produktivitätsbremse sind die Vorgesetzten und Führungskräfte selbst. Sie behindern ihre Belegschaften, weil sie zu wenig auf die Ausbildung und das Training der Mitarbeitenden achten, Kommunikationshürden einbauen, die Mitarbeitenden wenig effizient einteilen, ihnen schlecht durchdachte Prozesse aufzwingen etc.
    Spannend dabei ist: Bei der Befragung mehrerer hundert Führungskräfte haben diese selbst schlechte Führung als Hauptursache für mangelnde Produktivität angegeben!
    Spannend dabei ist: Bei der Befragung mehrerer hundert Führungskräfte haben diese selbst schlechte Führung als Hauptursache für mangelnde Produktivität angegeben!

 

Was ich im Kern damit ausdrücken will, ist Folgendes:

 

In jedem Unternehmen schlummern Produktivitätsreserven. Zeit und Arbeitskraft werden vergeudet, das macht die Unternehmen langsam und untergräbt ihre Wettbewerbsfähigkeit. In aller Regel braucht es keine Raketenwissenschaft, um solche Reserven aufzuspüren und zu beseitigen. Man muss es nur tun!


Eine Frage der Robustheit

 

 

Wo gibt es in Ihrem Unternehmen Abläufe, die Sie einfacher gestalten könnten? Sind Nacharbeiten notwendig, damit Ihre Kunden zufrieden sind oder gibt es gar Reklamationen? Gibt es etwa Mitarbeiter oder Dienstleister, die bestimmte Aufgaben besser erledigen könnten als Sie selbst?